Jahrgänge 1999 - 2024
Wie Jahre Weine prägen
Jeder Jahrgang erzählt von seinem Wetter, seinen Herausforderungen und seinen Möglichkeiten. Diese Übersicht fasst die Jahre 1999 bis 2024 knapp zusammen und zeigt, unter welchen Bedingungen die Weine der Österreichischen Traditionsweingüter entstanden sind.
2020 - 2024
Milde, feuchte Wintermonate. Früher Austrieb bei regenreichem Frühling. Spätfröste im April brachten Ertragsverluste. Warmer Sommer mit Hitzewellen erinnerte an 2018. Frühe Lese, beschleunigt durch Starkregenprognosen. Überschwemmungen außerhalb der Weinbauzonen. Frühester Leseschluss seit Aufzeichnungen. Die Weine: trotz Extreme fein, balanciert, fruchtkonzentriert.
Winter und Frühling sind trocken – kein Frost. Im April kommt der notwendige Niederschlag für den Austrieb. Mai und Juni wechselhaftes Wetter mit erhöhtem Peronospora-Druck. Späte Blüte im Juni. Juli und August sind schön mit zeitweisen Trockenstressphasen. Anfang September noch etwas Niederschläge, dann trockenes und warmes Ernte-Wetter. Weine mit früher Zugänglichkeit, guter Substanz und Gerbstoff-Rückgrat.
Nach einem trockenen April war die gesamte Wachstumsphase mit vielen Sonnenstunden und gut bemessenen Regenfällen verwöhnt. Die Weingärten zeigten sich gesund und vital, wenngleich Fäulnisdruck ein Thema war. Im Laufe der Lese verlangte das wechselnde Wetter taktisches Feingefühl, Geduld und Nervenstärke. Die Weine zeigen viel Charme und Harmonie, sie sind frisch und doch ein wenig milder als im Vorjahr.
Durch den ungewöhnlich kühlen Frühling verzögerte sich der Austrieb, vereinzelt bis Anfang Juli. Der Sommer erwies sich als wechselhaft und kühl. Aber dann folgten wunderbare Spätsommertage und generell schönes Wetter bis Anfang November, was die solide Basis für Weine mit Tiefgang, Balance und Eleganz schuf.
Nach einem eher trockenen, warmen Winter folgte ein Frühling mit starken Temperaturschwankungen, aber praktisch ohne Niederschlag bis Mitte Mai. Die Hauptlese begann erst in der zweiten Septemberhälfte. Rigorose Selektion und Geduld waren erforderlich, um feingliedrige, erfrischende Weine mit mittlerem Körper zu keltern.
2010 - 2019
In diesem Jahr entwickelten sich die Bedingungen geradezu ideal, um alle Lagen, Sorten und Weintypen ohne Hast, gesund und in perfekter Reife einzubringen. Der Jahrgang ist daher einer der ganz großen und liefert feine, tiefgründige Weine mit ausgeprägter Sortentypizität.
Für viele Winzer der früheste Lesebeginn, seitdem es Aufzeichnungen gibt.
Enorm frühe Blüte und ein trockener, heißer Sommer bedeuteten einen Start im August. Der September war abermals sonnig und trocken. Insgesamt bringt das Jahr sehr reife Weine mit gut eingebundener Säurestruktur.
Trotz Frost im Frühjahr, Hitze und Trockenheit im Sommer erfreut man sich über Weine mit einem ausgereiften und aromatischen Jahrgang, bei dem die Sortentypizität besonders hervorsticht.
Frost Ende April und große Niederschlagsmengen von Mai bis Juli lassen das Jahr zur Herausforderung werden. Dennoch entsteht ein gut ausgereifter und aromatischer Jahrgang, dem die kühlen Nächte auch eine schöne Fruchtigkeit bescheren.
In Niederösterreich sorgt ein ungewöhnlicher nächtlicher Hagelschlag Anfang Mai für einen Wermutstropfen. Die Weingärten sind nach der Blüte mit Trockenheit und langen Hitzeperioden konfrontiert, was zu satten Weinen mit viel Dichte und Volumen führt.
Schwierige Witterungsverhältnisse, viel Niederschlag, wenig Sonnenstunden und Hagelschläge erfordern von den Winzern besonders viel Sorgfalt. Bei penibler Selektion ergeben sich fruchtbetonte, schlanke bis mittelgewichtige Weine mit frischer Säure.
Durch eine Hitzewelle im Juni entstehen Verrieselungsschäden beim Grünen Veltliner. Trotz aller Wetterkapriolen werden mit entsprechender Weingartenarbeit und sorgfältiger Wahl des Lesezeitpunktes vor allem sehr hohe Weißweinqualitäten in allen Weinbaugebieten erzielt.
Spätfrost im Mai sorgt für Frostschäden und Ernteeinbußen. Die gute Wasserversorgung im Juli und kühle Nächte im September führen zu kompakten und strukturierten Weinen mit hoher Qualität.
Nach der mengenmäßigen Durststrecke der vergangenen Jahre präsentiert sich der Weinjahrgang mit elegant ausbalancierten Weißweinen und perfekt ausgereiften Roten.
Das Jahr ist geprägt von hohen Niederschlagsmengen und relativ wenigen Sonnenstunden. Resultat ist eine kleine Erntemenge mit fruchtbetonten Weinen von rassiger Säure.
1999 - 2009
Kleine Menge, ausgezeichnete Qualität: Die legendären 9er-Jahrgänge werden ihrem Ruf gerecht. Die Mengenreduktion führt zu einer perfekten Kombination von Reife, Fruchtfülle und Komplexität.
„Hagel und viel Feuchtigkeit“ – diese beiden Worte beschreiben das Weinjahr. Trotzdem bringt es sehr fruchtbetonte und schwungvolle Weine, die eine große Bandbreite von Reifestufen abdecken.
Ein milder Winter und ein warmes Frühjahr sorgen nach 2003 für die früheste Blüte aller Zeiten. Niederschläge im September werden mancherorts zu einer Herausforderung. Die Weine sind von Fruchtigkeit und einer guten Säurestruktur geprägt.
Dem langen, kalten Winter mit viel Feuchtigkeit folgt ein kühles Frühjahr, ein wechselhafter Sommer und ein perfekter Herbst. Gesundes und hochreifes Traubenmaterial ist die Grundlage für fruchtige, füllige und ausgeglichene Weine.
Trotz unterschiedlichen Witterungsbedingungen glänzen die Weine durch schöne Harmonie, ungeheure Intensität und beeindruckende Fruchtbrillanz.
Ein sehr feuchter, nicht zu kalter Winter gefolgt von einem frischen Mai mit kühlen Nächten lässt die Reben nur langsam wachsen. Die lange Reife am Stock bringt Weine, die sich durch tiefe, lebendige Frucht und feuriges Aroma auszeichnen.
Der Jahrgang ist geprägt von langanhaltender Trockenheit und enormer Hitze mit Rekordtemperaturen im Sommer und Herbst sowie Weinen voller Dichte und Kraft.
Der Donauraum hat mit massiven Niederschlägen im August und mit daraus resultierender Fäulnis zu kämpfen. Penible Selektion der Trauben lässt dennoch Weine erfreulicher Qualität entstehen.
Einer uneinheitlichen Witterung im Frühjahr und Sommer folgt ein nasser und kühler September. Strikte Ertragsregulierung und intensive Laubarbeit sind erforderlich. Ein fast hochsommerlicher Oktober lässt die Trauben noch ausgezeichnet ausreifen.
In Österreich gilt 2000 als der Rotweinjahrgang schlechthin mit intensiver Farbe und reifen Tanninen. Ein heißes Jahr mit sehr kräftigen, runden Weinen.
Optimale Wetterverhältnisse im Herbst sorgen für kräftige, gut strukturierte Weiß- und Rotweine. Klare, sortentypische Frucht und gebietstypischer Charakter sind positive Resultate eines rundum gelungenen Weinjahres.
