Regeln, denen man sich gerne unterwirft.

Regeln, denen man sich gerne unterwirft.

Was die Österreichischen Traditionsweingüter zusammenhält und was sie bewusst nicht sind.

Über uns4 Min. Lesezeit

AutorMichael Tischler-Zimmermann

Herkunft lässt sich festhalten. Sie zu verstehen, das ist die eigentliche Arbeit. Die Österreichischen Traditionsweingüter haben sich genau dieser Aufgabe verschrieben: nicht laut, aber konsequent. Was sie zusammenhält, ist kein gemeinsames Logo, sondern eine gemeinsame Haltung. Und die Bereitschaft, dafür auch unbequeme Fragen zu stellen.

Die Riede als Ausgangspunkt

Im Zentrum steht die Riede. Als präziseste Einheit der Herkunft ist sie der Bezugspunkt für alles, was die ÖTW tun. Eine Erste Lage entsteht nicht durch Sympathie oder Tradition allein sie ist das Ergebnis eines strukturierten Prozesses aus historischer Recherche, sensorischer Prüfung und gemeinsamer Entscheidung. Wer dieses System mitträgt, akzeptiert Vergleichbarkeit. Und genau das ist der Anspruch.


„Was mich an diesem Verein ÖTW fasziniert: Hier sitzen Menschen zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und trotzdem an dasselbe glauben. Dass der Ort, aus dem ein Wein kommt, der entscheidende Unterschied ist."

Michael Tischler-Zimmermann

Verantwortung, die sichtbar wird

Die ÖTW übernehmen Verantwortung. Gegenüber den eigenen Rieden, gegenüber der Geschichte der Regionen und gegenüber einem internationalen Publikum, das Orientierung sucht und sie auch verdient. Formate wie der Single Vineyard Summit in Grafenegg oder die regionalen Tour-de-Vin-Veranstaltungen machen diese Haltung greifbar. Nicht als Bühne für einzelne Betriebe, sondern als Rahmen, der Herkunft in einen größeren Zusammenhang stellt.


ÖTW Mitglieder

91

Die ÖTW vereint 91 Mitgliedsbetriebe aus den bedeutenden Weinregionen Niederösterreichs und Wiens.

ÖTW Erste Lagen

145

145 Erste Lagen wurden von der ÖTW klassifiziert als die besten und charakterstärksten Weinbergslagen Österreichs.

Gleichzeitig verstehen sich die ÖTW als offenes Projekt. Neue Regionen können Teil dieses Weges werden, wenn sie denselben Anspruch teilen. Expansion ist kein Selbstzweck. Was zählt, ist die innere Übereinstimmung: dass Herkunft im Wein erkennbar bleibt, egal wie unterschiedlich die Stile sind.


Kein Club. Kein Stillstand.

Was die ÖTW nicht sind: eine lose Interessensgemeinschaft ohne Verbindlichkeit. Und kein exklusiver Club, der sich über Abgrenzung definiert. Der Verein lebt von der aktiven Mitarbeit seiner Mitglieder und davon, dass Kriterien nicht in Stein gemeißelt, sondern kontinuierlich weiterentwickelt werden. Stillstand würde dem eigenen Anspruch widersprechen.


Fundament und der Mut, neu hinzuschauen

Die ÖTW sind ein Referenzrahmen innerhalb des österreichischen Weins, weil sie sich selbst Regeln geben und diese auch anwenden. Das verlangt Disziplin. Und die Bereitschaft, Diskussionen auszuhalten, auch wenn sie unbequem werden. Gerade darin liegt die Stärke: in der Verbindung von historischer Verwurzelung und dem Mut, immer wieder neu hinzuschauen.

Über den Autor

Michael Tischler-Zimmermann

Michael Tischler-Zimmermann

ÖTW Geschäftsführer

Michael Tischler-Zimmermann ist seit 1. März 2024 Geschäftsführer der Österreichischen Traditionsweingüter.

Zuvor war er mehr als sieben Jahre in leitenden Funktionen bei der Österreich Wein Marketing tätig. Davor verantwortete er Marketing und Vertrieb im Weingut Weszeli, einem ÖTW-Mitgliedsbetrieb im Kamptal.

An seiner Arbeit fasziniert ihn, wie viel Zukunft in der genauen Auseinandersetzung mit Herkunft liegt. Heute ist Krems sein Lebensmittelpunkt und zugleich Sitz des Vereins der Österreichischen Traditionsweingüter.

Kontakt

Weiterführende Links

Mit Unterstützung der Europäischen Union
WIR leben Land - Gemeinsame Agrarpolitik ÖsterreichFinanziert von der Europäischen Union
Müller GlasVöslauerZalto und Denkart