Das ÖTW-Siegel

Das ÖTW-Siegel

Ein Zeichen entsteht selten zufällig.

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Im Jahr 2025 wurde das Siegel der ÖTW digital neu gezeichnet. Linien wurden präzisiert, Details reduziert, Proportionen behutsam geschärft. Ziel war eine höhere Klarheit in allen Anwendungen. Das Zeichen funktioniert heute souverän auf Kapseln, Etiketten, Drucksorten und in digitalen Medien. Es bleibt in seiner Substanz unverändert und wirkt zugleich zeitgemäß.


Diese Bildsprache trägt ein Selbstverständnis in sich. Winzer lebten über Generationen im Rhythmus der Natur. Der Stand der Sonne, die Phasen des Mondes und die Erfahrung des Jahreslaufes prägten Entscheidungen im Weinberg. Das Siegel verdichtet diese Beobachtungen in einer klaren Form.

Ergänzt wird das überarbeitete Siegel durch einen neuen ÖTW-Schriftzug und ein weiterentwickeltes Corporate Design. Typografie, Farbwelt und gestalterische Regeln schaffen eine klare und stringente Präsenz über alle Berührungspunkte hinweg. Auf der Flasche, im gedruckten Medium und auf der Webseite entsteht ein konsistentes Erscheinungsbild, das den Verein als geschlossene, gewachsene Organisation erkennbar macht.

„Wir haben das historische Zeichen präzise neu gezeichnet und auf das Wesentliche konzentriert. So bleibt seine Symbolik erhalten und gewinnt zugleich an Klarheit und Stärke in der Anwendung. In Verbindung mit dem neuen Schriftzug entsteht so ein Erscheinungsbild, das die gewachsene Identität der ÖTW respektiert und ihr eine zeitgemäße, souveräne Präsenz verleiht.“

Melanie Wendler, Grafikdesignerin

Im Zusammenspiel von Siegel und neuem Schriftzug zeigt sich eine Organisation, die ihre ursprünglichen Werte weiterträgt und sie zugleich in einer starken, zeitgemäßen Kommunikationslinie sichtbar macht. Herkunft, Zeit und Verantwortung bleiben der Kern.


Ein Blick zurück: Die Usprünge des Siegels, 1991 entwickelt.

Das ÖTW-Siegel ist das Ergebnis einer bewussten Setzung zu Beginn der Vereinsgeschichte. Schon kurz nach der Gründung wurde klar, dass die inhaltliche Arbeit an der Lagenklassifikation ein sichtbares Gegenüber braucht. Bei einer Sitzung am 10. Juni 1991 im Schloss Walkersdorf brachte der damalige Obmann Willi Bründlmayer die Frage nach einem eigenen Zeichen auf den Tisch. Erste Überlegungen spielten mit den namensgebenden Flüssen des damaligen Kamptal-Donaulandes. Rasch zeigte sich, dass das künftige Zeichen enger mit der Idee der Lagenklassifikation verbunden sein musste.

Bründlmayer beauftragte den Graveur und Hochschullehrer Herbert Just aus St. Lambrecht mit der gestalterischen Ausarbeitung. Winzer und Künstler entwickelten die Entwürfe in engem Austausch weiter.

Zunächst standen Sonne und Kompass nebeneinander. Die Sonne als Motor der Reife. Der Kompass als Sinnbild für Orientierung, Exposition und präzise Verortung. Im nächsten Schritt verschmolzen beide Motive zu einer Einheit. Aus der Sonne wurde ein kosmisches Zentrum, ergänzt um Mond und Sterne. Ein kraftvoller Strahl weist nach oben, weitere Strahlen öffnen sich in alle Richtungen. Der Kompass ist integriert, seine Achse zeigt in Richtung der Ziffer 11. Gemeinsam mit dem angedeuteten Schatten entsteht die Anmutung einer Sonnenuhr. Raum, Ausrichtung und Zeit werden in ein einziges Bild gefasst.


Nicht ausgeführte Entwürfe für das ÖTW-Logo, 1991.

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